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German Poems

German students will select one of the three options provided for their level to recite. Recitations will be in front of a team of volunteer judges. Scoring is focused mainly on the quality and inflection of the spoken language, and on the student's stage presence. The two judges at each recitation will evaluate each student according to these four criteria:
  • 50% Pronunciation
  • 30% Stage Presence and Delivery
  • 20% Memorization

Please note that props and costumes may be used, but are not considered in scoring nor are they necessarily encouraged. Singing your selections is discouraged — an overly polite way of saying that students who sing their poems will be disqualified.

Download all 2019 German poems

Year One Options: German 1

Option 1

Die Briefmarke
Joachim Ringelnatz

Ein männlicher Briefmark erlebte
Was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm geweckt.

Er wollte sie wiederküssen,
Da hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens.
 

Option 2

Die Wanderschaft/ Das Wandern 
Wilhelm Müller

Das Wandern ist des Müllers Lust,
Das Wandern.
Das muss ein schlechter Müller sein,
Dem niemals fiel das Wandern ein, das Wandern.

Vom Wasser haben wir's gelernt,
Vom Wasser.
Das hat nicht Ruh bei Tag und Nacht,
Ist stets auf Wanderschaft bedacht,
Das Wasser.

Das seh’n wir auch den Rädern ab,
Den Rädern,
Die gar nicht gerne stille steh'n 
Und sich mein Tag nicht müde dreh'n,
Die Räder. 

Die Steine selbst so schwer sie sind,
Die Steine. 
Sie tanzen mit den muntern Reihn 
Und wollen gar noch schneller sein,
Die Steine.

Das Wandern ist des Müllers Lust,
Das Wandern.
Das muss ein schlechter Müller sein,
Dem niemals fiel das Wandern ein,
Das Wandern.
 

Option 3

Die Wohnung der Maus
Johannes Trojan

Ich frag die Maus:
„Wo ist dein Haus?"
Die Maus darauf erwidert mir:
"Sag's nicht der Katz, so sag ich's dir.
Treppauf, treppab,
erst rechts, dann links,
und dann gradaus –
das ist mein Haus,
du wirst es schon erblicken!
Die Tür ist klein,
und trittst du ein,
vergiss nicht, dich zu bücken!"
 

Year Two Options: German 2

Option 1

Die Geschichte vom fliegenden Robert  
Heinrich Hoffmann

Wenn der Regen niederbraust,
Wenn der Sturm das Feld durchsaust,
Bleiben Mädchen oder Buben
Hübsch daheim in Ihren Stuben. -
Robert aber dachte : Nein !
Das muß draußen herrlich sein ! -
Und im Felde patschet er
Mit dem Regenschirm umher.

Hui wie pfeift der Sturm und keucht
Daß der Baum sich niederbeugt !
Seht ! Den Schirm erfaßt der Wind,
Und der Robert fliegt geschwind
Durch die Luft so hoch, so weit;
Niemand hört ihn, wenn er schreit.
An die Wolken stößt er schon,
Und der Hut fliegt auch davon.

Schirm und Robert fliegen dort
Durch die Wolken immerfort.
Und der Hut fliegt weit voran,
Stößt zuletzt am Himmel an.
Wo der Wind sie hingetragen,
Ja, das weiß kein Mensch zu sagen.
 

Option 2

Der Schneemann  
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Seht, da steht er, unser Schneemann!
Das ist ein Geselle!
Stehet fest und unverzagt,
Weicht nicht von der Stelle.

Schaut ihn in die schwarzen Augen!
Wird euch denn nicht bange?
In der linken Hand da hat er
eine lange Stange.

Einen großen Säbel hält er
Fest in seiner Rechten.
Kommt heran! Er wird sich wehren,
Wird mit Allen fechten.

Über ihn kann nur der Frühling
Einen Sieg gewinnen:
Blickt ihn der nur an von ferne,
Wird er gleich zerrinnen.

Aber halt dich tapfer, Schneemann!
Lass dir offenbaren:
Stehst du morgen noch,
so wollen Wir dich Schlitten fahren.
 

Option 3

Im Nebel
Hermann Hesse

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.
 

Year Three Options: German 3

Option 1

Willkommen und Abschied 
Johann Wolfgang von Goethe

Es schlug mein Herz. Geschwind, zu Pferde! 
Und fort, wild wie ein Held zur Schlacht. 
Der Abend wiegte schon die Erde, 
Und an den Bergen hing die Nacht. 
Schon stund im Nebelkleid die Eiche 
Wie ein getürmter Riese da, 
Wo Finsternis aus dem Gesträuche 
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel 
Sah schläfrig aus dem Duft hervor, 
Die Winde schwangen leise Flügel, 
Umsausten schauerlich mein Ohr. 
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer, 
Doch tausendfacher war mein Mut, 
Mein Geist war ein verzehrend Feuer, 
Mein ganzes Herz zerfloß in Glut.

Ich sah dich und die milde Freude 
Floß aus dem süßen Blick auf mich. 
Ganz war mein Herz an deiner Seite, 
Und jeder Atemzug für dich. 
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter 
Lag auf dem lieblichen Gesicht 
Und Zärtlichkeit für mich, ihr Götter, 
Ich hofft es, ich verdient es nicht.

Der Abschied, wie bedrängt, wie trübe! 
Aus deinen Blicken sprach dein Herz. 
In deinen Küssen welche Liebe, 
O welche Wonne, welcher Schmerz! 
Du gingst, ich stund und sah zur Erden 
Und sah dir nach mit nassem Blick. 
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden, 
Und lieben, Götter, welch ein Glück!
 

Option 2

Das Karussell   
Jardin du Luxembourg
Rainer Maria Rilke

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.

Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur daß er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgend wohin, herüber -

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und das geht hin und eilt sich, daß es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil -.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel …
 

Option 3

Die Loreley /Lorelei
Heinrich Heine

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin,
Ein Märchen aus uralten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt,
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr gold'nes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar,
Sie kämmt es mit goldenem Kamme,
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewalt'ge Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe,
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh'.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn,
Und das hat mit ihrem Singen,
Die Loreley getan.
 

Year Four-Five Options: German 4-5+

Option 1

Erlkönig
Johann Wolfgang von Goethe

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

«Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -

«Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.»

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -

«Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.»
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

Option 2

Die Grenadiere
Heinrich Heine

Nach Frankreich zogen zwei Grenadier’,
Die waren in Rußland gefangen.
Und als sie kamen ins deutsche Quartier,
Sie ließen die Köpfe hangen.
 
Da hörten sie beide die traurige Mär’:                              
Daß Frankreich verloren gegangen,
Besiegt und zerschlagen das große Heer,–
Und der Kaiser, der Kaiser gefangen.
 
Da weinten zusammen die Grenadier’
Wohl ob der kläglichen Kunde.                                      
Der eine sprach: Wie weh wird mir,
Wie brennt meine alte Wunde!
 
Der andre sprach: Das Lied ist aus,
Auch ich möcht’ mit dir sterben,
Doch hab’ ich Weib und Kind zu Haus,                               
Die ohne mich verderben.
 
Was schert mich Weib, was schert mich Kind!
Ich trage weit beßres Verlangen;
Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind,–
Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen!                                 
 
Gewähr mir, Bruder, eine Bitt’:
Wenn ich jetzt sterben werde,
So nimm meine Leiche nach Frankreich mit,
Begrab mich in Frankreichs Erde.
 
Das Ehrenkreuz am roten Band                                       
Sollst du aufs Herz mir legen;
Die Flinte gib mir in die Hand,
Und gürt mir um den Degen.
 
So will ich liegen und horchen still,
Wie eine Schildwach’, im Grabe,                                    
Bis einst ich höre Kanonengebrüll
Und wiehernder Rosse Getrabe.
 
Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab,
Viel Schwerter klirren und blitzen;
Dann steig’ ich gewaffnet hervor aus dem Grab,–                   
Den Kaiser, den Kaiser zu schützen!

Option 3

An Anna Blume
Kurt Schwitters

Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!
Wer bist Du, ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.
Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände,
Auf den Händen wanderst Du.
Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt,
Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, ----- wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?
Preisfrage:
1. Anna Blume hat ein Vogel,
2. Anna Blume ist rot.
3. Welche Farbe hat der Vogel?
Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,
Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels.
Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,
Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!
Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir, ---- wir!
Das gehört beiläufig in die ---- Glutenkiste.
Anna Blume, Anna, A----N----N----A!
Ich träufle Deinen Namen.
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.
Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,
Man kann Dich auch von hinten lesen.
Und Du, Du Herrlichste von allen,
Du bist von hinten, wie von vorne:
A------N------N------A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich-------liebe-------Dir!