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German Poems

German students will select one of the three options provided for their level to recite. Recitations will be in front of a team of volunteer judges. Scoring is focused mainly on the quality and inflection of the spoken language, and on the student's stage presence. The two judges at each recitation will evaluate each student according to these four criteria:
  • 50% Pronunciation
  • 30% Stage Presence and Delivery
  • 20% Memorization

Please note that props and costumes may be used, but are not considered in scoring nor are they necessarily encouraged. Singing your selections is discouraged — an overly polite way of saying that students who sing their poems will be disqualified.

Download all 2018 German poems

Year One Options: German 1

Option 1

Sankt Nikolaus, der heilge Mann…, unbekannt

Sankt Nikolaus, der heilge Mann,

zieht Stiefel ohne Sporen an,

reit damit nach Amsterdam,

von Amsterdam nach Spanien,

Äpfel von Oranien,

Nüsse aus dem Wald,

Sankt Nikolaus soll kommen bald!

Option 2

Die Feder
Joachim Ringelnatz

Ein Federchen flog durch das Land;

Ein Nilpferd schlummerte im Sand.


Die Feder sprach: „Ich will es wecken!“

Sie liebte, andere zu necken.


Aufs Nilpferd setzte sich die Feder

Und streichelte sein dickes Leder.


Das Nilpferd sperrte auf den Rachen

Und musste ungeheuer lachen.

Option 3

Rumpumpels Geburtstag
Paula Dehmel

Kräht der Hahn früh am Morgen,

krähet laut, krähet weit:

Guten Morgen, Rumpumpel,

dein Geburtstag ist heut!


Guckt das Eichhörnchen runter:

Wenig Zeit, wenig Zeit!

Guten Morgen, Rumpumpel,

dein Geburtstag ist heut!


Kommt das Häschen gesprungen,

macht Männchen vor Freud:

Guten Morgen, Rumpumpel,

dein Geburtstag ist heut!


Steht der Kuchen auf dem Tische,

macht sich dick, macht sich breit:

Guten Morgen, Rumpumpel,

dein Geburtstag ist heut!


Und Vater und Mutter,

alle Kinder, alle Leut'

schreien: Hoch der Rumpumpel,

sein Geburtstag ist heut!

Year Two Options: German 2

Option 1

Es schneit
Gustav Falke

Der erste Schnee, weich und dicht,

Die ersten wirbelnden Flocken.

Die Kinder drängen ihr Gesicht

Ans Fenster und frohlocken.

Da wird nun das letzte bisschen Grün

Leise, leise begraben.

Aber die jungen Wangen glühn,

Sie wollen den Winter haben.

Schlittenfahrt und Schellenklang

Und Schneebälle um die Ohren!

- Kinderglück, wo bist du? Lang,

Lang verschneit und erfroren.

Fallen die Flocken weich und dicht,

Stehen wir wohl erschrocken,

Aber die Kleinen begreifens nicht,

Glänzen vor Glück und frohlocken.

Option 2

Dunkel war’s, der Mond schien helle…, Volksweise
anonym (gekürzt)

Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoss’ner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und der Wagen fuhr im Trabe
rückwärts einen Berg hinauf
Droben zog ein weißer Rabe
grade eine Turmuhr auf


Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
und mit fürchterlichem Krach
spielten in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach.

Und auf einer roten Bank,
Die blau angestrichen war
Saß ein blondgelockter Jüngling
Mit kohlrabenschwarzem Haar.

Option 3

Die Kindheit
Gottlob Wilhelm Burmann

Noch bin ich ein Kind

Noch fühl ich nur Unschuld und Freuden

Und weiß nicht was Leiden

Und Kümmernis sind.


Noch sehe ich die Welt

So lachend wie Blumengefilde

Voll göttlicher Milde,

Die Alles erhält.


Ich kenne noch nicht

Des Lebens betäubende Sorgen

Die Nacht und der Morgen

Hat Freud im Gesicht!


O lass mich als Kind,

Gott! Leben und Dasein empfinden

Und Seligkeit finden,

Wo Tugenden sind!

Year Three Options: German 3

Option 1

Hoffnung
Friedrich Schiller

Es reden und träumen die Menschen viel

von bessern künftigen Tagen;

nach einem glücklichen, goldenen Ziel

sieht man sie rennen und jagen.

Die Welt wird alt und wird wieder jung,

doch der Mensch hofft immer Verbesserung.


Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,

sie umflattert den fröhlichen Knaben,

den Jüngling locket ihr Zauberschein,

sie wird mit dem Greis nicht begraben;

denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,

noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.


Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn,

erzeugt im Gehirne des Toren,

im Herzen kündet es laut sich an:

zu was Besserm sind wir geboren.

Und was die innere Stimme spricht,

das täuscht die hoffende Seele nicht.

Option 2

Die Mutter
Hermann von Gilm

Leise atmend, halb entschlummert

Liegt das Kind im Bettchen klein,

Plötzlich durch das offne Fenster

Schaut der Abendstern herein.


Und nach ihm mit beiden Händen

Laut aufweinend langt das Kind:

"Mutter, Mutter, hol' mir diesen

Schönen Stern herab geschwind!"


"Dummheit!" ruft der Vater zornig

Hinter einem Zeitungsblatt,

"Was der Fratz von dritthalb Jahren

Für verrückte Launen hat!


Denk' man: dreißig Millionen

Meilen weg und ein Planet,

Der zweihundertvierundzwanzig

Tage um die Sonne geht!"


Doch die Mutter tröstet leise:

"Schlaf', mein Engel! Diese Nacht

Hol' ich dir den Stern vom Himmel,

Der dir so viel Freude macht;


Morgen früh, hier auf dem Bette

Findest du den Edelstein" -

Und das Kind, in Tränen lächelnd,

Schläft am Mutterherzen ein.

Option 3

Das Lied von der Loreley
Heinrich Heine

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,

Daß ich so traurig bin,

Ein Märchen aus uralten Zeiten,

Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,

Und ruhig fließt der Rhein;

Der Gipfel des Berges funkelt,

Im Abendsonnenschein.


Die schönste Jungfrau sitzet

Dort oben wunderbar,

Ihr gold'nes Geschmeide blitzet,

Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme,

Und singt ein Lied dabei;

Das hat eine wundersame,

Gewalt'ge Melodei.


Den Schiffer im kleinen Schiffe,

Ergreift es mit wildem Weh;

Er schaut nicht die Felsenriffe,

Er schaut nur hinauf in die Höh'.

Ich glaube, die Wellen verschlingen

Am Ende Schiffer und Kahn,

Und das hat mit ihrem Singen,

Die Lore-Ley getan.

Year Four-Five Options: German 4-5+

Option 1

Sprüche des Konfuzius
Friedrich Schiller

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.


Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihren Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu, kein Zaubersegen
Kann die stehende bewegen.

Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die zögernde zum Rat,
Nicht zum Werkzeug deiner Tat.
Wähle nicht die fliehende zum Freund,
Nicht die bleibende zum Feind.

Dreifach ist des Raumes Maß:
Rastlos fort ohn Unterlaß
Strebt die Länge; fort ins Weite
Endlos gießet sich die Breite;
Grundlos senkt die Tiefe sich.

Dir ein Bild sind sie gegeben:
Rastlos vorwärts mußt du streben,
Nie ermüdet stillestehn,
Willst du die Vollendung sehn;


Mußt ins Breite dich entfalten,
Soll sich dir die Welt gestalten;
In die Tiefe mußt du steigen,
Soll sich dir das Wesen zeigen.
Nur Beharrung führt zum Ziel,
Nur die Fülle führt zur Klarheit,
Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

Option 2

Deutschland. Ein Wintermärchen: Caput I (gekürzt)
Heinrich Heine

Im traurigen Monat November war's,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.

Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen

Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zumute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute

Ein kleines Harfenmädchen sang.
Sie sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von ihrem Spiele.

Sie sang von Liebe und Liebesgram,
Aufopfrung und Wiederfinden
Dort oben, in jener besseren Welt,
Wo alle Leiden schwinden.

Sie sang vom irdischen Jammertal,
Von Freuden, die bald zerronnen,
Vom Jenseits, wo die Seele schwelgt
Verklärt in ew'gen Wonnen.

Option 3

Erlkönig
Johann Wolfgang von Goethe

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -

Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

"Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand."

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -

"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -

"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt."
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

Dem Vater grausets, er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.